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Impfungen für Erwachsene


Standardimpfungen

Tetanus (Wundstarrkrampf)
Eine Infektion ist selten, verläuft aber immer sehr schwer und endet in den meisten Fällen tödlich. Impfabstand 10 Jahre nach erfolgter Grundimmunisierung. Bei unklarer Immunitätslage kann diese leicht laborchemisch bestimmt werden.

Diphtherie
Wird normalerweise zusammen mit der Tetanusimpfung geimpft. Impfabstände identisch.

Pertussis (Keuchhusten)
Seit 2007 wieder zur Verabreichung zusammen mit der Tetanusimpfung auch bei Erwachsenen empfohlen.

Röteln (Rubeola)
Die Infektion der Schwangeren beherbergt ein hohes Risiko von Organschäden beim Ungeborenen. Geimpft werden sollten deshalb alle Mädchen im gebärfähigen Alter, also ab etwa 12-13 Jahren, Frauen mit Kinderwunsch bei nicht ausreichender Immunität und Beschäftigte in der Kinder- und Säuglingspflege. Einmalige Impfung.

Poliomyelitis (Kinderlähmung)
Daran erkranken nicht nur Kinder! In unseren Breiten eher selten. Die Impfung empfiehlt sich bei Reisen in warme Länder.

Influenza (Virusgrippe)
Wird einmal jährlich verabreicht. Wichtig grundsätzlich für jeden, vornehmlich aber für Personen über 60 Jahren. Die Impfung hilft nicht oder nur wenig gegen den "grippalen Infekt" (Husten, Schnupfen, Heiserkeit etc.), verhindert aber verläßlich die mit hohem Fieber und starken Gliederschmerzen einhergehende, schlagartig einsetzende Virusgrippe mit relativ hoher Sterblichkeitsrate bei sehr alten und sehr jungen Menschen.

Influenza A H1N1 ("Schweine -" oder "Mexiko"- Grippe)
Darüber und über unsere von der pharmazeutischen Industrie in diesem Zusammenhang Ende 2009 locker Ã¼ber den Tisch gezogenen Bundesregierung lachen inzwischen nicht nur die Schweine...! Nicht annähernd so gefährlich wie eine normale Virusgrippe!

Pneumokokken
Impfabstände 5 Jahre. Zielgruppe: Personen über 60 Jahren und Personen mit chron. Lungen-, Herzkreislauf- und Stoffwechselerkrankungen.

Zecken
Durch Zecken werden 2 Krankheiten übertragen:
1.) Die FSME (Frühsommermeningoenzephalitis) befällt das Gehirn und ist eine Viruserkrankung. Die beste Vorbeugung ist die Impfung, die inzwischen auch für Kinder gut verträglich ist. Im Umkreis von Baden-Baden gibt es bisher noch keine mit dem FSME-Erreger infizierte Zecken. Die Indikation zur vorbeugenden Impfung für Personen, die sich ausschließlich in unserer Region aufhalten, ist deshalb diskutabel.
2.) Die Borrelliose (Lyme's disease) ist eine bakterielle Erkrankung, gegen die eine Impfung nicht möglich ist. Neuere, sehr umfangreiche Studien aus den USA, belegen, daß die einmalige Einnahme von 200 mg (bei Kindern 100 mg)  Doxycyclin innerhalb von 48 h nach einem Zeckenbefall sicher gegen die Borrelliose schützt.

HPV
Die humanen Papillomviren (HPV, engl. Human Papilloma Virus) bilden eine Gruppe von DNA-Viren, die in mittlerweile mehr als 150 verschiedene Typen eingeteilt werden. Die HPV sind unbehüllte, doppelsträngige DNA-Viren (dsDNA) und gehören zur Familie der Papillomataviren. Sie befallen sogenannte Epithelzellen der Haut oder verschiedener Schleimhäute und verursachen bei den infizierten Zellen ein unkontrolliertes tumorartiges Wachstum. Die Tumoren sind meist gutartig und führen zur Warzenbildung an der betroffenen Haut- oder Schleimhautstelle (dem Ort der Infektion). Wenn die Infektion im Genital- oder Analbereich erfolgt (i. d. R. durch Geschlechtsverkehr), dann kommt es zur Bildung von Genitalwarzen (z. B. Feigwarzen). Einige HPV-Typen können jedoch auch bösartige Veränderungen hervorrufen, insbesondere Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom) bei der Frau.  Vermutlich ein erheblicher Teil der Scheiden-, Penis- und Analkarzinome sind Folge solcher Infektionen. Die durch Papilloma-Viren verursachten Hautveränderungen sind häufig nicht mit bloßem Auge zu erkennen. Besondere Probleme stellen die durch die Viren verursachten Entartungen bei unkontrolliertem Wachstum dar; z.B. wenn die Körperabwehr durch eine andere Erkrankung geschwächt ist.
Die Infektion erfolgt hauptsächlich über Hautkontakt, bei bestimmten Virentypen primär durch ungeschützten Sexualverkehr (genital, anal und oral). Die HPV-Infektion ist daher eine der häufigsten durch Geschlechtsverkehr übertragenen Infektionen, oft jedoch bleibt die Ansteckung unbemerkt. Kondome schützen, wenn sie den Kontakt mit krankheitsbedingten Hautveränderungen oder erregerhaltigen Körperflüssigkeiten verhindern. Seltener erfolgt die Übertragung aber auch durch gemeinsam benutzte Handtücher, Trinkgläser oder Zahnbürsten.
Bei Frauen unter 30 Jahren liegt die Infektionsrate bei bis zu 25 %. Bei über 30-jährigen beträgt sie immer noch bis 8 %. Die HPV-Infektion heilt häufig innerhalb von Monaten bis hin zu einigen Jahren ab. Auch die generelle Immunitätslage der Frau spielt hierbei eine wichtige Rolle, daher haben Raucherinnen ein höheres Risiko.
Allgemeine Zahlen zu den Infektionsraten bei Männern gibt es nicht. Ursache für den Mangel an Zahlenmaterial ist das Nicht-Vorhandensein regulärer Vorsorgeuntersuchungen in diesem Bereich bei Männern. Bekannt ist, daß, wenn einer der Partner Läsionen aufweist, auch der andere mit hoher Wahrscheinlichkeit mit einem HPV infiziert ist. Bei bis zu 70 % der männlichen Partner einer Frau, die im HPV-Screening positiv getestet wurde, besteht ebenfalls eine Infektion, die jedoch oft nur kleinste Läsionen am Penis verursacht. Männer sind sich daher der Infektion mit dem HPV-Virus oft gar nicht bewusst und bemerken diese nicht. Dennoch sind sie Überträger.
Der HPV-Impfstoff Gardasil�  und andere Impfstoffe gegen einige den Gebärmutterhalskrebs auslösende HPV sind in Deutschland erhältlich.  Die Kosten werden normalerweise von den Krankenversicherungen für bestimmte Altersgruppen übernommen.


Reiseimpfungen

Malaria
Tropenkrankheit vornehmlich in Äquatornähe. Befällt die roten Blutkörperchen und beginnt frühestens 1 Woche nach Betreten des Infektionsgebietes mit periodischem hohem Fieber und meistens Durchfall. Eine Periode dauert normalerweise 24 Stunden. Typisch ist der tägliche Wechsel zw. Fieber und normaler Körpertemperatur. Übertragen wird die Malaria durch Stechmücken (Anopheles), die vornehmlich während der Dämmerung und in der Nähe stehender Gewässer, auch Pfützen, aktiv sind. Die beste Prophylaxe ist deshalb noch immer, sich vor dem Stich zu schützen, indem man entsprechende Kleidung trägt, wirksame Repellents benutzt und sich während der Dämmerung in klimatisierten Räumen aufhält. Die Repellents müssen DEET-haltig sein (über "Autan" darf von seiten der Anopheles gelacht werden! Wichtig:  Mosquitonetze hängen in tropischen Ländern nicht zur Zierde über den Betten!
Die medikamentöse Prophylaxe ist ständig im Umbruch, weshalb die Beratung durch einen Arzt einige Zeit vor Reisebeginn zu empfehlen ist!

Cholera
Seit einiger Zeit (Mitte 2007) gibt es wieder einen wirksamen Impfstoff (Schluckimpfung Dukoral, im Abstand von 1 Woche 2x zu verabreichen (Kinder 3x)).

Hepatitis
Sehr leicht durch Viren auch im südlichen Europa, vor allem jedoch in tropischen Gebieten übertragene lebensgefährliche Infektionskrankheit der Leber, vielfach auch als "Gelbsucht" bezeichnet, weil durch den Rückstau des durch die entzündete Leber nicht mehr nomal abbaubaren gelblich erscheinenden Bilirubins sich nach einiger Zeit die Haut gelb verfärbt. Die verantwortlichen Viren leben sehr gut z.B. in Austern und Meerestieren oder auch Salaten, die sich damit als Übertragungsmedium vorzüglich eignen. Bekannt sind derzeit mehrere Arten der Hepatitis. Prophylaxe durch Impfung ist möglich gegen die Hepatitisarten A und B. Wenn man im Urlaub an einer Hepatitis erkrankt, handelt es sich normalerweise dabei um die weniger gefährliche Hepatitis A, gegen die man sich unbedingt vor Reisen in südliche und vor allem tropische Regionen impfen lassen sollte!

Poliomyelitis
s.o. unter Standardimpfungen



Masern

Epidemieartige Ausbreitung

Alles über die Masernimpfung, auch für Erwachsene, erfahren Sie unter http://www.netdoktor.de/reisemedizin/impfungen/fakta/impf_masern.htm

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Dr. med. Michael Gerstner | Lange Strasse 17 | 76530 Baden-Baden | Tel: 07221 / 23423 | Fax: 07221 / 26522 | E-Mail